“Wir brauchen eine viel stärkere Bindung von Pflege- und Betreuungskräften an ihren Beruf”

04.10.2011

Der Bundesverband Europäischer Betreuungs- und Pflegekräfte (BEBP e. V.) unterstützt ausdrücklich die aktuellen Forderungen von Stefan Grüttner. Der hessische Sozialminister hatte anlässlich einer Tagung zum Thema Gesundheitsförderung in der Pflegebranche dazu aufgerufen, die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern. Eine zentrale Maßnahme dazu, so Grüttner, sei die betriebliche Gesundheitsförderung.

Berlin, 4.10.2011. Hintergrund der Forderungen aus Hessen ist die Tatsache, dass nicht nur zu wenige Menschen in den Pflegeberuf einsteigen, sondern auch zu viele vergleichsweise früh wieder aussteigen. Bei Pflegefachkräften beträgt die Verweildauer im Beruf knapp 12 Jahre, bei Helfern sogar nur acht Jahre. Der Grund ist die große physische und psychische Belastung in diesem Job. “Wir können und dürfen uns diese gigantische Vergeudung von Ressourcen, von Talenten und von Erfahrung nicht mehr leisten“, so der hessische Sozialminister. Gegensteuern sollten die Arbeitgeber nach Ansicht von Grüttner auch durch flexible Arbeitszeiten und systematische Qualifizierung ihrer Angestellten.
Diese Forderungen unterstützt der BEBP e. V. ausdrücklich. “Wir brauchen eine viel stärkere Bindung aller Pflege- und Betreuungskräfte an ihren Beruf. Erreichen lässt sich das nur, wenn die Menschen, die hier arbeiten, größere Wertschätzung erfahren, indem man auf ihre Wünsche eingeht, Arbeitszeiten und -abläufe an die hohen Belastungen anpasst,” so Larisa Dauer, Rechtsanwältin und 2. Vorsitzende des BEPB e. V.
Der Bundesverband Europäischer Betreuungs- und Pflegekräfte und seine Mitglieder setzen seit Jahren konsequent auf eine Kombination aus Qualität und Flexibilisierung. Der Verband hat Standards für Betreuungsdienstleistungen entwickelt und unterstützt jene Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen, ohne die die geforderte Bindung an die Branche nicht umsetzbar ist.
Larisa Dauer: “Im ambulanten Bereich ist die Bindung an den Beruf bei selbständigen Kräften oft größer als bei Angestellten. Denn Selbständige können ihre Arbeit leichter den eigenen Bedürfnissen anpassen.”


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